Manchmal dauert es etwas länger… Auf Island war ich im Herbst 2012. Diese Reise hat sich tief in mein Herz gegraben und war für mich Initialzündung fürs Fotografieren. Durch meinen Vater hatte ich schon in der Kindheit Berührung mit der Fotografie, fast jedes Wochenende roch es nach Entwickler und trocknende Abzüge lagen überall in der Wohnung herum. Die Dunkelkammer war faszinierend, die Mittelformatkameras beindruckend. Trotz erster Knippsversuche in der Jugend hat mich das Fotografieren aber nie so richtig gepackt. So richtig beiseite gelegt hatte ich es allerdings auch nie.

Auf meiner Vietnamreise 2010 – der ersten großen Reise überhaupt – war also auch eine Kamera dabei (eine der ersten digitalen meines Vaters). Zwei Jahre später nahm ich dann das nächste abgelegte Modell mit nach Island, eine digitale Spiegelreflex von Sony. Ich hatte keine Ahnung von den Grundsätzen der Fotografie, aber eine brauchbare Kamera dabei und zwei gute Lehrer an meiner Seite: meinen Freund André und die nahezu immer fotogene Landschaft Islands. So sind die Bilder trotz sämtlicher Anfängerfehler ganz gut geworden.

Nach der Reise kam ein zweites Problem auf mich zu: die Nachbearbeitung. Dankenswerter Weise hatte ich im RAW-Format fotografiert, was es überhaupt erst ermöglichte, die Bilder digital zu entwickeln. André zeigte mir Lightroom und anhand der Islandbilder habe ich das Programm kennengelernt. Da ich Massen an Fotos mitbrachte, bin ich nie fertig geworden und hatte bis heute also keine endgültige Auswahl.

Jetzt, sechs Jahre später, ist die Fotografie zur Leidenschaft geworden und ich habe mich seit Island weiterentwickelt. Grund genug, endlich mal die Bearbeitung abzuschließen. Ich habe alle Bilder zurückgesetzt, neu ausgewählt und neu entwickelt. Man könnte das alle zwei Jahre mit wieder neuen Ergebnissen machen und wird nie fertig. So soll es nicht sein. Doch mein Startschuss verdiente eine zweite Chance. Nun bin ich zufrieden und kann den „unbearbeitet“-Ordner in „fertig“ umbenennen.